Beginnend mit einem Auftrag im Jahre 1956 an Prof. Franz Lankes, Rosenheim, für eine Gedenktafel in der Steinacher Pfarrkirche siedelten sich in Steinach/Niederbayern immer wieder Werke bildender Künstler mit Themen aus dem Leben des Joseph Schlicht an.

Diese Webseite will einen knappen Überblick über die verschiedenen Werke geben:

SchlichtTafel

Im Jahre 1956 erhielt Prof. Franz Lankes aus Rosenheim, damals Studienrat, anlässlich der Erweiterung der Steinacher 

Pfarrkirche für das dabei ins Kircheninnere locierte Grabmal des Steinacher Schlossbenefiziaten den Auftrag, ein Bronzerelief zu schaffen. 

Oberlehrer O. Döring nahm die Enthüllung vor. Er gehörte mit Oberstadtschulrat Oberneder neben anderen zu den Initiatoren dieser Gedenktafel.

Franz Lankes wurde1915 in Viechtach geboren und ist 2003 in Rosenheim verstorben. An der Pädagogischen Hochschule in Pasing und der Technischen Hochschule München  studierte er Lehramt. Das künstlerische Rüstzeug für seinen Traumberuf Kunsterzieher erwarb sich Lankes als Schüler von Henselmann, Döllgast und Karlinger an der Akademie der bildenden Künste in München.

Nach Stationen in Straubing und Nürnberg kam Lankes 1962 als Kunsterzieher an das Humanistische Gymnasium Rosenheim, seit 1965 Ignaz-Günther-Gymnasium, wo er bis 1978 unterrichtete.

Als Künstler arbeitete Franz Lankes zunächst als Bildhauer und Grafiker, ehe er sich ab etwa 1980 fast ausschließlich auf die Aquarellmalerei konzentrierte. Zahlreiche Ausstellungen, Aufträge und Arbeiten im öffentlichen Raum zeugen von einer über 50 Jahre währenden ungebrochenen, breit gefächerten Schaffenskraft. Mehr als 40 Jahre davon hat Franz Lankes das künstlerische und kulturelle Leben der Stadt und der Region Rosenheim nachhaltig und engagiert mit geprägt und bereichert. In Anerkennung seiner Verdienste hat die Stadt Rosenheim Franz Lankes im Jahr 2000 die Goldene Bürgermedaille verliehen.

Josef Schlicht
Schloßbenefiziat von Steinach
Klassiker der bayerischen Volkskunde
1871-1917

 

 

 

 

PosterJosefSchlicht

Im Jahre 1996 hat sich die Raiffeisenbank Parkstetten-Steinach erfreulicherweise entschlossen, anläßlich des Neubaus der Zweigstelle in Steinach am neuen Gebäude eine Denkmalsituation für den Schriftsteller Josef Schlicht (1832-1917) entstehen zu lassen. Josef Schlicht war nämlich der 1. Schriftführer des Darlehenskassenvereins von Steinach, der Vorgängerorganisation der jetzigen Raiffeisenbank Parkstetten. Die von Walter Veit-Dirscherl gestalteten plastischen Arbeiten gliedern sich in drei Teile, einer gesägten Granitsäule mit einer Broncebüste des Schriftstellers im Schalterraum, einem Granitbruchstein mit zwei Flachreliefdarstellungen in Bronce vor der Außentreppe und fünf kleinen gespaltenen Granitsäulen auf dem Treppenabsatz, die mit Reliefdarstellungen geländerartig verbunden sind.  

 Im Jahre 2013 wurde im Vorraum der Zweigstelle Steinach der Raiffeisenbank Parkstetten neben dem Geldautomaten  eine Infotafel zu diesen Bildwerken mit erläuterndenTexten angebracht.

aus der Vita von Walter Veit-Dirscherl:

1936 in Straubing geboren

1956-62 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Carl Crodel und Prof. Harro Ernst 
1962-96 Lehrtätigkeit an Gymnasien 
seit 1997 Lebens- und Arbeitsmittelpunkt im Wohnatelierhaus Rattenbach

 

Zu den einzelnen Arbeiten erläuterte Walter Veit-Dirscherl wie folgt:

 

"Es erschien mir ein aussichtsloses Unterfangen, aus den wenigen Fotos, die von Schlicht erhalten sind, ein vertretbares plastisches Portrait formen zu wollen. So modellierte ich nach den Vorstellungen, die ich vom Schriftsteller aus dessen Werken gewinnen konnte, einen markanten Kopftyp, natürlich verarbeitete ich aus Fotografien erschließbare Merkmale, verzichtete aber auf die spezifische Brille. So steht er als Typ und doch unverwechselbar in edler Bronce gegossen auf der kantig gesägten Granitsäule in der Schalterhalle."

 

"Vor der Treppe steht der aus unserem Boden gebrochene Stein, wie der Häuslersbub Schlicht, ein Stück Niederbayern. Die Reliefdarstellungen zeigen zwei seiner "Stückl", die er sich in seiner Jugend geleistet hat. Einmal führt er auf dem elterlichen Hausdach halsbrecherisch einen Handstand vor und auf dem anderen Relief versucht er, die noch verunsichert auf dem Mettener Klosterhof wartenden, frisch eingerückten Seminaristen mit einer artistischen Turnübung auf einer Fahnenstange."

"Auf dem Treppenabsatz sind zwischen fünf grob gespaltene Säulchen, eigentlich sind es typische "Moarstoana", wie sie unsere Feldgrenzen markieren, Broncereliefbänder gespannt. Die zwölf Szenen ordnen sich in vier Gruppen; sie schildern ohne strenge Systematik Szenen aus dem Bauernleben Die ersten drei Szenen könnte man mit Jugend oder Frühling überschreiben. Im einzelnen zeigen sie eine Mutter mit Kind, die Buben mit den Palmbuschen in der Kirche und die Aussaat. Die zweite Gruppe könnte man Sommer, Arbeit und Reifezeit nennen, dargestellt in den Szenen Ackern, Ernte und Ehehalten. Im dritten Reliefband wird der Herbst geschildert. Die Rüben und Kartoffeln werden geerntet, der Ödl stirbt, der Besuch der Gräber an Allerheiligen. Die vierte Szenenfolge hat den Winter und Weihnachten zum Thema. Der Bauer schlachtet den Weihnachter, die für das Fest gemästete Sau. Daneben ist der mitternächtliche Mettengang und der darauf folgende große Festschmaus mit den Blut- und Leberwürsten dargestellt."

 

 

 

 

Zurecht haben also die Tundiger ihrem Schlicht ein Denkmal gesetzt.