Anlässlich des Sommerschulfestes 2018 in der Steinacher Josef-Schlicht-Grundschule stellte der Schlichtverein den RePaLi-Beitrag "Römer-Route" vor. Als Blickfang ließ er dafür eine Bildtafel "Leben in einem römischer Vicus" anfertigen. Nun, im Jahr 2019, erhält diese Bildtafel zusammen mit einer Text- und einer Plantafel einen würdigen Platz: in der Wohneinheit "Via romana" in der Baltischen Straße in Straubing. Im Dezember 2019 wurden die drei Objekte in Anwesenheit von Bauträger, Vertretern des Gäubodenmuseums und Presse montiert:

 

Das römische Sorviodurum

Zur Zeit des Kaisers Augustus setzen sich die Römer im bayerischen Alpenvorland fest. Etwas später wird die römische Provinz Raetien, die dieses Gebiet in weiten Teilen umfasst, eingerichtet. Erst um die Mitte des 1. Jahrhundert nach Christus setzen sich die Römer in Straubing fest. Eine erste kleine Militäranlage, die der Überwachung der Donau dient, wird dort angelegt, wo sich heute die romanische Basilika St. Peter befindet. Östlich davon liegt die Mündung des Allachbach in die Donau, eine begünstigte Anlegestelle für die antike Schifffahrt. Bereits die Kelten nutzten dieses Anlegestelle, dort lag ihre Siedlung Sorviodurum. Diesen Namen verwendeten auch die Römer für Straubing. Um 70 nach Christus wurde das Westkastell für fünfhundert Mann angelegt. Es befindet sich genau wie der zeitgleiche Hafen nahe beim Krankenhaus St. Elisabeth. Nur rund zehn Jahre später entstand das Ostkastell, das für tausend Mann vorgesehen war. In ihm lagen verschiedenen Einheiten, zuletzt, d.h. ab dem 2. Viertel des 2. Jahrhunderts, die erste Kanathenerkohorte. Das war eine gefürchtete syrische Spezialeinheiten, deren Soldaten teils beritten waren, und vor allem erfahren im Umgang mit Reflexbögen. Bis Ende des 2. Jahrhunderts waren damit 1500 römische Soldaten in Straubing stationiert. Erst die Markomannenkriege in den 70er Jahren des 2. Jahrhunderts führten zu einem Niedergang des Ortes: Das Westkastelle wurde zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut, das Ostkastell überdauerte die Einfälle. Ab dem späten 1. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich zu den Kastellen eine große Zivilsiedlung, die man auch Lagerdorf oder Vicus nennt. Bürgerkriege und der damit verbundene Abzug römischer Truppen führten in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts zur weitgehenden Zerstörung von Sorviodurum. Germanen, die aufgrund der entblößten Grenzen in großen Verbänden in die Zentren des Reiches einfielen, waren vermutlich verantwortlich für das Ende.

römische Bauten an der baltischen Straße

Die römischen Bauten in und an der baltischen Straße sind ein Teil des römischen Südvicus. Östlich und parallel zur  Baltischen Straße verläuft eine bedeutende römische Trasse, die zum Südtor des Ostkastells führt. An dieser Trasse liegen Streifenhäuser, deren Firstseiten zur Straße zeigten. Es waren zumeist Fachwerkbauten mit großen Höfen zu den der Straße abwärts gewandten Seiten. In diesen Höfen konnten Brunnen, Keller, eine Kalkgrube und Töpferöfen festgestellt werden. Das heißt, dass es sich beim Quartier in der Baltischen Straße um ein ausgedehntes antikes Handwerkerviertel handelte. Besonders die Töpfereien sind dort als Gewerbebetriebe zu nennen. Die Nutzung dieser Bereiche beginnt um 100 n. Chr. und dauert kontinuierlich bis ins fortgeschrittene 3. Jahrhundert an. Langjährige Grabungen, durchgeführt von Grabungstechniker Reinhold Pielmeier (Gäubodenmuseum Straubing / Stadtarchäologie) führten zu diesen Ergebnissen. Dem Bauträger Walter Kell sei für die lange und geduldige Zusammenarbeit im Vorfeld der Neubebauung gedankt. Das moderne Wohnobjekt "Via romana" liegt im Bereich des alten Handwerkviertels und unmittelbar westlich der römischen Straße. Dafür steht der Name „Via romana“. Die Bildtafel soll einen Eindruck vermitteln, wie man sich die der Straße zugewandten Seite der zivilen Gebäude in der Antike vorzustellen hat.

Prof. Dr. Günther Moosbauer, Leiter Gäubodenmuseum Straubing

Baltische 10x13cmGrafik: Ildikó Bösze, Gäudodenmuseum Straubing
Idee & Realisation: Kulturförderverein Joseph Schlicht, Steinach


Bildschirmfoto 2018 07 06 um 08.00.10
Mittels Click auf den Grabungsplan kann eine pdf geladen werden, welche durch Vergrößerung die Grabungsdetails sichtbar macht.

Kulturförderung der schlichtschen Art

AmselfingProjektchorSegnungDie "Messe brève no. 7 aux chapelles" von Charles Gounod schuf den festlichen Rahmen zur liturgische Indienstnahme eines Harmoniums in St. Stephanus in Amselfing. Damit endet vorerst die Reise dieses Instruments und dient fernerhin der musikalischen Erhöhung des liturgischen Geschehens.

Unter der Leitung des Vorsitzenden des Schlichtvereins sang ein eigens für diese Feier zusammengestellter "Joseph-Schlicht-Projektchor", die Solopartien lagen in Händen von Sabine Trageser, Gabriele Krön, Ossi Betz und Franz Schötz, das Harmonium spielte Franz Schnieringer, Zelebrant war der ehemalige Eigentümer des Instruments, Pfr. Stefan Altschäffel.

Dessen Homilie des Emausgangs der Jünger nach Lukas 24,13-35 war eine wahre "Oster"-Predigt: Frei vor seinen aufmerksamen Zuhörern sprechend legte er den den lukanischen Spannungsbogen dieser Erzählung offen, deren theologischen Inhalt und die Bedeutung für uns Heutige dar - "Herr, bleibe bei uns!". 

Der kleine, aber feine, aufmerksam singende, bisweilen auch - Gloria! - stimmgewaltige Joseph-Schlicht-Projektchor, der sich ja erst eine Stunde vor der Aufführung zur ersten und einzigen Probe traf, erntete für seine bewegende Interpretation des lateinischen Ordinariums Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei allseits großes Lob, beeindruckend auch das "O salutaris" des Solistenquartetts.

Die anschließende Weißwurstbrotzeit im Holzapfel-Hof rundete diesen festlichen Ostermontag kulinarisch ab.

Gedankt sei auch den Eltern des Stefan Altschäffel sowie der Kirchenstiftung Ittling gesagt, welche dieses Projekt des Schlichtvereins gefördert haben.

 

Stefans Harmonium für Amselfing

IMG 3781 KopieZiemlich zufällig ist das Harmonium des jetzigen Pfarrers von St. Johannes in Ittling in den Werkstattkeller des Vorsitzenden des Schlichtvereins geraten. Zwar ein wenig wurmig, aber nach vollständiger Zerlegung und gelungenem Zusammenbau - nach Probespiel durch Franz Schnieringer - durchaus spielbar.

Kirche

 

Darüber habe ich schließlich meinem guten Freund Stefan, der auf diesem Instrument das Orgelspiel erlernt hatte, angeboten, es wieder in seine Hände zurück zu geben. Nach kurzer Überlegung seinerseits schlug er vor, das Instrument in der instrumentenlosen Filial-Kirche Amselfing aufzustellen.

Bildschirmfoto 2019 02 11 um 10.08.25

 

 

 

 

 

 

 

Dass man sowas nicht einfach still und heimlicht tut liegt nahe: Es gehört sich eine "Orgelweihe" dazu, mit passender Musik, auf Vorschlag von Franz Schnieringer Charles Gounods "Messe brève No. 7 aux chapelles Soli, Coro SATB, Organo". Stefan und ich hätten da auch einen Lieblingstermin, nämlich den Ostermontag - 22. April, 9.30 Uhr. An diesem Tag pilgern die Ittlinger nach Amselfing, feiern in größerer Zahl Ostern nach und machen danach in Amselfing auch Brotzeit: So mag es der Vorsitzende des Schlichtvereins!

Die Probe für die Missa wäre am Ostermontag um 8.30 Uhr, also eigentlich kein zusätzlicher Aufwand, weil frau und man ja eh in die Kirche gehen. Vorbereiten kann man sich mit einer ziemlich guten Einspielung: Link1 und den Noten: Link2.

Also dann: Wer Lust hat, im Joseph-Schlicht-Projektchor mitzumachen, einfach per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden oder unter 0172 8527253 anrufen.

 

"Der Messias - Er-Wartung, Mensch-Werdung, Nach-Wirkung"

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:30 Uhr

Kirche St. Georg in Parkstetten

Programmvorschau - Stand Anfang November 2017

 Dieses "geistliche Oratorium" durchstreift in einer halbszenischen Collage einige tausend Jahre Geschichte des Alten und Neuen Testaments. Die erste Szene beschäftigt sich dabei mit der Messias-Erwartung des Volkes der Israeliten, die zweite Szene mit der Geburt des Jesuskindes, und die dritte Szene mit den Wirkungen des Messias bis in unsere Zeiten. Dazu werden in der Kirche St. Georg drei Bühnensituationen erstehen, welche dieses Geschehen dem Besucher vor Augen und Ohren führen.

Das Programm in Kurzfassung:

Prolog

Szene 1: Er-Wartung - "Tauet Himmel, den Gerechten"
Einführung
aus den "Königspsalmen"
"In Nacht und Dunkel liegt die Erd"
"Tauet Himmel, den Gerechten"
"Aus tiefer Not schrei ich zu dir"
Percussion-Improvisation zu "Tauet Himmel, den Gerechten"
dazu: Lesungen aus dem Alten Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Szene 2: Mensch-Werdung - "Zu Bethlehem geboren"
Einführung
"Es ist ein Ros entsprungen"
"Wie bist du worden klein"
"Zu Bethlehem geboren"
Percussion-Improvisation zu "Zu Bethlehem geboren"
dazu: Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Szene 3: Nach-Wirkung - "Die Nacht ist vorgedrungen"
Einführung
Drei-Königszug zur Krippe
"Drei Kö'nge kommen aus Morgenland"
Der Kindermord von Bethlehem - Flucht nach Ägypten
Die Taufe Jesu am Jorden
Am Hof des Herodes Antipas - Tanz der Salome - Enthauptung des Johannes
"Die Nacht ist vorgedrungen"
Percussion-Improvisation zu "Die Nacht ist vorgedrungen"
dazu: Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Epilog
dazu Musik, Text- und Bildprojektionen zu: "Die Seligpreisungen"

---------------------------

Mitwirkende:

Straubinger Turmbläser - Ltg. Adi Speiseder / MGV Parkstetten - Ltg. Helmut Schott
Joseph-Schlicht-Projektchor - Ltg. Karl Penzkofer / Antonia Herpich - Harfe
Reißinger Stub'nmusi / Sebastian Baumgartner - Schlagwerk
Franz Schnieringer - Orgel / eine Kindergruppe / Luisa Zap - Tanz
Lektoren / Hans Gold - Sprecher


Konzept: Karl Penzkofer und Teilnehmer des "theologischen Kulturstammtisches"
theologische Beratung: Pfr. Kilian Saum, Parkstetten

Veranstalter: Kulturförderverein Joseph Schlicht - KEB Straubing

 

Nach den Schlichten Tagen stehen folgende Aktivitäten auf der Agenda des Schlichtvereins:

  • Werbung für den Kulturförderpreis
  • Vergrößerung der Zahl derr Mitglieder des Schlichtvereins um "juristische Personen"
  • Webformular für Meldung von kulturellen Veranstaltungen im Schlichtland