Kulturförderung der schlichtschen Art

AmselfingProjektchorSegnungDie "Messe brève no. 7 aux chapelles" von Charles Gounod schuf den festlichen Rahmen zur liturgische Indienstnahme eines Harmoniums in St. Stephanus in Amselfing. Damit endet vorerst die Reise dieses Instruments und dient fernerhin der musikalischen Erhöhung des liturgischen Geschehens.

Unter der Leitung des Vorsitzenden des Schlichtvereins sang ein eigens für diese Feier zusammengestellter "Joseph-Schlicht-Projektchor", die Solopartien lagen in Händen von Sabine Trageser, Gabriele Krön, Ossi Betz und Franz Schötz, das Harmonium spielte Franz Schnieringer, Zelebrant war der ehemalige Eigentümer des Instruments, Pfr. Stefan Altschäffel.

Dessen Homilie des Emausgangs der Jünger nach Lukas 24,13-35 war eine wahre "Oster"-Predigt: Frei vor seinen aufmerksamen Zuhörern sprechend legte er den den lukanischen Spannungsbogen dieser Erzählung offen, deren theologischen Inhalt und die Bedeutung für uns Heutige dar - "Herr, bleibe bei uns!". 

Der kleine, aber feine, aufmerksam singende, bisweilen auch - Gloria! - stimmgewaltige Joseph-Schlicht-Projektchor, der sich ja erst eine Stunde vor der Aufführung zur ersten und einzigen Probe traf, erntete für seine bewegende Interpretation des lateinischen Ordinariums Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei allseits großes Lob, beeindruckend auch das "O salutaris" des Solistenquartetts.

Die anschließende Weißwurstbrotzeit im Holzapfel-Hof rundete diesen festlichen Ostermontag kulinarisch ab.

Gedankt sei auch den Eltern des Stefan Altschäffel sowie der Kirchenstiftung Ittling gesagt, welche dieses Projekt des Schlichtvereins gefördert haben.

 

Straubinger Tagblatt vom 11. April 2019:

Bildschirmfoto 2019 04 11 um 08.17.58Zeit der Stille ist vorbei

Amselfing: Emausgang der Pfarrei Ittling am Ostermontag mit Segensgebete für das erneuerte Kreuz beim Gedenkstein "1200 Jahre Amselfing" sowie alle Menschen, die mit dem restaurierten Harmonium  ihre liturgische Musik "Omnia ad maiorem gloria Dei" widmen

Vor 30 Jahren, Anfang Juli, feierte Amselfing seine erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren mit 3 Festtagen: Segnung eines Gedenksteines am Samstag, umrahmt von den 'Aiterhofener Hoagart'nsängern', am Sonntag Festmesse mit Umzug, Festakt mit Ansprachen von Schirmherrn LR Ingo Weiß, Bürgermeister Rohrmeier und dem Festredner Hans Aichner - der in seiner umfangreichen, 100-seitigen Festschrift der politischen Gemeinde Aiterhofen und der "Pfarr Ittling" einen "Mosaikstein ihrer Geschichte und Chronik" schuf, nachmittags dann Gelöbnisfeier der Bundeswehr, und schließlich am Montag Festausklang mit den Windberg-Oberkrainer-Musikanten. An allen Tagen lockte eine Oldtimer-Bulldog-Schau die Gäste aus nah und fern in die "frühe bajuwarische Ansiedlung auf dem Gebiet der Agilolfinger Herzöge schließen", so Hans Aichner.
Im Rahmen dieser damaligen Festschrift veröffentlichte Aichner auch einen Beitrag "300 Jahre Filialgotteshaus St. Stefan". Für unsere Tage ist daraus interessant, dass "bei dem Filial an folgenden Feiertagen Gottesdienst zu verrichten sei: Stefanitag, Kirchweihtag und Oster- und Pfingstmontag." Auch dass in den 60er Jahren die alterschwache Orgel auf der Empore abgebaut wurde und ein entsprechender Ersatz noch nicht zustande gekommen sei. Nach Aussage des derzeitigen Mesners habe bis etwa 2010 ein Harmonium den Gemeindegesang unterstützt, dem jedoch auch der Holzwurm den Garaus gemacht habe.


Nun, 30 Jahren nach dem großen Feste und wohl gut tausend Jahre währenden christlichen Traditionen in Amselfing sorgte schließlich ein Zufall dafür, dass am kommenden Ostermontag, 9.30 Uhr, endlich wieder ein Instrument seinen liturgischen Dienst aufnimmt: Schon dem Sperrmüll geweiht gelangte es in den Keller des Vorsitzenden des Steinacher Schlichtvereins, wurde zerlegt, repariert, wieder zusammengebaut, und: die Zungen singen wieder! Dazu kommt, dass der jetzige Pfarrer von Ittling, Stefan Altschäffel - in Steinach aufgewachsen - auf diesem Instrument sich in den 80er Jahren des Klavierspiel beibrachte und auf Anfrage sofort an seine Filial St. Stephanus in Amselfing dachte. So kehrt also nach einigen orgelstummen Jahrzehnten wieder Orgelklang in die mindestens 300 Jahre alte Barockkirche ein. Und zwar nun mit festlicher Musik, zum Osterfest passend, nämlich der "Messe brève No. 7 in C aux chapelles Soli, Coro SATB, Organo" von Charles Gounod (1818 - 1893). Gounod schrieb die Messe im Alter von 72 Jahren, nur drei Jahre vor seinem Tod. Der große Opernkomponist widmete sich im Alter mehr der Kirchenmusik und schrieb mehrere Messen für kleine Besetzungen. Doch auch in seinen kleineren Werken weht der Geist von großen Opernorchestern und langen Linien, wie es in der Spätromantik üblich war. So will auch diese "Messe brève" mit entsprechend romantischem Gestus interpretiert werden. Man hört hier einen abgeklärten Meister, der sich nichts mehr zu beweisen braucht, sondern, der gerade durch geniale Schlichtheit eine Ausdruckstiefe erschafft, die nur in kleinen Formen möglich ist. Ausführende sind Sabine Trageser - Sopran, Gabriele Krön - Alt, Ossi Betz - Tenor, Franz Schötz - Bass, Franz Schnieringer - Harmonium, ein 'Joseph-Schlicht-Projektchor' - in der Gesamtleitung des Vorsitzenden des Schlichtvereins und Verfasser dieser Zeilen. Die dem Gottesdienst folgende Segnung dient natürlich nicht dem hölzernen Instrument sondern den aktuellen und vielen künftigen Sängern und Musikern in der Filial St. Stephanus.


Vielleicht verstärkt dies alles sogar das Interesse an diesem barocken Kleinod im so fruchtbaren Gäuboden, denn allein die Ausstattung der Kirche ist bemerkenswert: spätgotische Madonna mit Kind, heilige Helena - Mutter des römischen Kaisers Konstantin des Großen und der Überlieferung nach Auffinderin des Kreuzes Christi in Jerusalem, Hl. Rochus mit Pestbeule, welcher der Legende nach auf einer Pilgerfahrt nach Rom vielen Pestkranken half, und schließlich dem Altarbild, das den gesteinigten Stephanus den offenen Himmel schauen lässt.
Vielleicht bietet dieses jüngste Projekt des Kulturfördervereins Joseph Schlicht auch Hinweise, welch positive Stimmung liturgische Musik zu vermitteln vermag, auch ein wenig im Gegensatz zu - wenn auch wertvollen - hölzernen Figuren: Denn die Bildsprache dieser Kunstwerke ist uns Heutigen wohl ziemlich unverständlich geworden, während etwa Gounods Missa brève trotz der lateinischen Sprache, etwa im "Salutaris hostiae" auch des Lateinischen Unkundigen unmittelbar Gottvertrauen oder auch nur Resilenz zu vermitteln vermag, vielleicht ... 

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Stefans Harmonium für Amselfing

IMG 3781 KopieZiemlich zufällig ist das Harmonium des jetzigen Pfarrers von St. Johannes in Ittling in den Werkstattkeller des Vorsitzenden des Schlichtvereins geraten. Zwar ein wenig wurmig, aber nach vollständiger Zerlegung und gelungenem Zusammenbau - nach Probespiel durch Franz Schnieringer - durchaus spielbar.

Kirche

 

Darüber habe ich schließlich meinem guten Freund Stefan, der auf diesem Instrument das Orgelspiel erlernt hatte, angeboten, es wieder in seine Hände zurück zu geben. Nach kurzer Überlegung seinerseits schlug er vor, das Instrument in der instrumentenlosen Filial-Kirche Amselfing aufzustellen.

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Dass man sowas nicht einfach still und heimlicht tut liegt nahe: Es gehört sich eine "Orgelweihe" dazu, mit passender Musik, auf Vorschlag von Franz Schnieringer Charles Gounods "Messe brève No. 7 aux chapelles Soli, Coro SATB, Organo". Stefan und ich hätten da auch einen Lieblingstermin, nämlich den Ostermontag - 22. April, 9.30 Uhr. An diesem Tag pilgern die Ittlinger nach Amselfing, feiern in größerer Zahl Ostern nach und machen danach in Amselfing auch Brotzeit: So mag es der Vorsitzende des Schlichtvereins!

Die Probe für die Missa wäre am Ostermontag um 8.30 Uhr, also eigentlich kein zusätzlicher Aufwand, weil frau und man ja eh in die Kirche gehen. Vorbereiten kann man sich mit einer ziemlich guten Einspielung: Link1 und den Noten: Link2.

Also dann: Wer Lust hat, im Joseph-Schlicht-Projektchor mitzumachen, einfach per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden oder unter 0172 8527253 anrufen.

 

"Der Messias - Er-Wartung, Mensch-Werdung, Nach-Wirkung"

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:30 Uhr

Kirche St. Georg in Parkstetten

Programmvorschau - Stand Anfang November 2017

 Dieses "geistliche Oratorium" durchstreift in einer halbszenischen Collage einige tausend Jahre Geschichte des Alten und Neuen Testaments. Die erste Szene beschäftigt sich dabei mit der Messias-Erwartung des Volkes der Israeliten, die zweite Szene mit der Geburt des Jesuskindes, und die dritte Szene mit den Wirkungen des Messias bis in unsere Zeiten. Dazu werden in der Kirche St. Georg drei Bühnensituationen erstehen, welche dieses Geschehen dem Besucher vor Augen und Ohren führen.

Das Programm in Kurzfassung:

Prolog

Szene 1: Er-Wartung - "Tauet Himmel, den Gerechten"
Einführung
aus den "Königspsalmen"
"In Nacht und Dunkel liegt die Erd"
"Tauet Himmel, den Gerechten"
"Aus tiefer Not schrei ich zu dir"
Percussion-Improvisation zu "Tauet Himmel, den Gerechten"
dazu: Lesungen aus dem Alten Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Szene 2: Mensch-Werdung - "Zu Bethlehem geboren"
Einführung
"Es ist ein Ros entsprungen"
"Wie bist du worden klein"
"Zu Bethlehem geboren"
Percussion-Improvisation zu "Zu Bethlehem geboren"
dazu: Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Szene 3: Nach-Wirkung - "Die Nacht ist vorgedrungen"
Einführung
Drei-Königszug zur Krippe
"Drei Kö'nge kommen aus Morgenland"
Der Kindermord von Bethlehem - Flucht nach Ägypten
Die Taufe Jesu am Jorden
Am Hof des Herodes Antipas - Tanz der Salome - Enthauptung des Johannes
"Die Nacht ist vorgedrungen"
Percussion-Improvisation zu "Die Nacht ist vorgedrungen"
dazu: Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, Musikstücke, Bildprojektionen

Epilog
dazu Musik, Text- und Bildprojektionen zu: "Die Seligpreisungen"

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Mitwirkende:

Straubinger Turmbläser - Ltg. Adi Speiseder / MGV Parkstetten - Ltg. Helmut Schott
Joseph-Schlicht-Projektchor - Ltg. Karl Penzkofer / Antonia Herpich - Harfe
Reißinger Stub'nmusi / Sebastian Baumgartner - Schlagwerk
Franz Schnieringer - Orgel / eine Kindergruppe / Luisa Zap - Tanz
Lektoren / Hans Gold - Sprecher


Konzept: Karl Penzkofer und Teilnehmer des "theologischen Kulturstammtisches"
theologische Beratung: Pfr. Kilian Saum, Parkstetten

Veranstalter: Kulturförderverein Joseph Schlicht - KEB Straubing

 

Nach den Schlichten Tagen stehen folgende Aktivitäten auf der Agenda des Schlichtvereins:

  • Werbung für den Kulturförderpreis
  • Vergrößerung der Zahl derr Mitglieder des Schlichtvereins um "juristische Personen"
  • Webformular für Meldung von kulturellen Veranstaltungen im Schlichtland