Originale in der Box KuK-Nachlass: Musik

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts haben mehrere überregionales Einrichtungen begonnen, Musikernachlässe zu sammeln. Anfang der 80er Jahre entstand das "Archiv für Volksmusik des Landkreises Straubing-Bogen und der Stadt Straubing" bei Xaver Schötz, Volksmusikpfleger von Stadt und Land Straubing. Ein Ergebnis war etwa die Folge 3 von "Vom Gäu in' Woid".

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Dieser Titel Nr. 8 der CD - der Drehscheibn-Schottisch - wird gespielt von den d'Höslwanger mit Manfred Tarras, Mauela Zörner, Christine Kordik - Klarinetten, Helmut Aunkofer - Tenorhorn, Bernd Sitzberger - Baßtrompete und Otto Dirscherl - Bombardon. d'Höslwanger war eine Gruppe, die sich bei den Musikantenfreizeiten des Kreisjugendringes Straubing-Bogen in Höslwang gefunden hatten. Doch war die Situation insofern unbefriedigend, als das Archiv in den Privaträumen des Xaver Schötz untergebracht war und an eine Archivierung umfänglicher Musiknachlässe, auch mittels EDV, nicht zu denken war. Dieses Desiderat war ja ein Anlass der Gründung des Kulturfördervereins Josef Schlicht e.V., der sich Ende der 80er Jahre des Nachlasses "Rudini" des Straubinger Musikers Ludwig Burgmayer (1864-1936) sowie des Xaver Simmel (1925-1991) mithilfe von Werkverträgen annahm. Ergebnisse waren dann etwa die CD "Mondzauber" und - natürlich - EDV-gerechte Aufbereitung und Veröffentlichung der Datenbank hier auf dieser Webseite im Beitrag "Rudini". Darüber hinaus bemühte sich der KuK um 3 bis 4 Gebäulichkeiten, in denen das Archiv angemessenen Platz hätte finden sollen. Leider sind all diese Bemühungen gescheitert, völlig unverständlich die Sanierung und Nutzung des Wirtshauses zum Kinsachtal in Agendorf. Siehe Beitrag "Agendorf"

 

Originale in der Box KuK-Nachlass: Rudini

"Rudini" war der Künstlername des Ludwig Burgmayer, desses umfangreicher musikalischer Nachlass Ende der 80er Jahre dem Volksmusikarchiv angeboten worden ist. 

Erfasst wurden u.a. folgende Daten:

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Insgesamt entstanden so knapp 1000 Datensätze. Die Noten selbst liegen im Archiv in der Kreismusikschule in Mitterfels.

RudiniLudwig Burgmayer trat um die Jahrhundertwende vorwiegend als Zauberer auf, welcher etwa mit seiner seinem „Varieté-Zauber-Theater Rudini“, in dem seine Töchter als „Chansonnetten“, „Kostüm- und Tanz-Soubretten“ oder „spiritistische Medien“ auftraten, das Publikum begeisterte. Ein Blick auf „Rudinis“ Zauberprogramm, zu dessen Höhepunkten etwa das „Verschwinden eines Christbaums mit 15 brennenden Kerzen ohne jede Bedeckung mitten im Publikum“ zählte, rundet die Ausführungen ab. Auch „Der Klopfgeist aus der Flasche“ oder „Der Ibicus“ gehörten zum Repertoire von „Rudini“ und sorgten Anfang des 20. Jahrhunderts für großes Erstaunen beim Publikum. Beim „Ibicus“ etwa fing ein Totenschädel an zu sprechen und Fragen zu beantworten. „Ein bisschen gruselig war das schon“, findet Rudinis Enkel Lutz Burgmayer. Bis zu zehn verschiedene Tricks zeigte „Rudini“ in seinen Vorführungen. Viele davon gehören auch heute noch zum Repertoire von Zauberkünstlern.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung vom 1. März 2010