Vorschlag 2 greift eine Jahrhunderte alte Tradition des Männergesangs in der katholischen Liturgie auf, den Choralgesang. Sei es in uralten gregorianischen Gesängen oder in Psalmgesängen des Alten Testaments. Diese Gesänge entfalten mE ihre größte Wirkung, wenn sie von Kantoren, also mehreren Männern, gesungen werden.

Die Motivation des LIEDER-Projekts kommt aus der Überzeugung, dass Liturgie 'berühren' muss, auch über die Musik! Diese neu zu beleben begreift der Schlichtverein als seinen kulturellen Auftrag, natürlich im Bewusstsein, dass dazu auch berufene Stellen ihre Beiträge leisten müssen.

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In meiner aktiven - war jahrzehnte dilletierender Orgelspieler in meiner Gemeinde - Zeit im Dienste der Kirchenmusik bin ich häufig gebeten worden, 'Psalm' zu singen. Dazu habe ich mit ein paar Kenntnisse angeeignet, etwa graphische Zeichen in der Melodiezeile eines Psalms 104 im VIII. Ton:

 

Dazu habe ich im Netz eine wohl professionelle Aufbereitung gefunden:

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Diese Aufbereitung stammt von Ludwig M. Jetschke aus Würzburg. Er studierte Religion und Deutsch für Gymnasiallehramt und ist Herausgeber der 'Ligualpfeife'.

In einem 15 Minuten Video erklärt er detailliert, wie dieser Psalm 104 im VIII. Ton zu singen ist:

 
Damit können wir uns nun unseren ersten Psalm erarbeiten:
1 Preise den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, überaus groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid, du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.
3 Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes.
4 Du machst die Winde zu deinen Boten, und lodernde Feuer zu deinen Dienern.
...
25 Ehre sei dem Vater und Sohne * und dem Heiligen Geiste,
26 wie im Anfan, so auch jetzt und allezeit * und in Ewigkeit. Amen
 
Das 'neue' Gotteslob versieht in GL 58, 2 diese Zeilen mit FLEXA und MEDIANTE und ASTERICUS. Aber die zeichnen wir uns selber ein:
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,* du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.
 
Die Melodei - gesungen von Ludwig Martin Jetschke - geht so:
 
Die Orgelbegleitung hat Benedicta Ebner eingespielt:

Da sollte man jetzt das GL nehmen, Nr. 58 aufschlagen und die Verse immer wieder zur Orgelmelodie summen und auch singen ... Benedicta hat - schreibt sie - alle  Verse eingespielt, Dauer ca 6:45.